Zurück zum Vergleich
TSE READY

GASTROFIX

Kassensysteme für gehobene Ansprüche

Berlin
Seit 2011
198 Bewertungen
4.4von 5 Sternen
Monatlich ab
49 € - 149 €
Hardware ab
799 €
Testphase
14 Tage
87
Editorial Score
Hardware92
Software88
Service92
Preis/Leistung75
Bedienung82

Hinweis: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision — für dich ändert sich der Preis nicht. Die Platzierung der Anbieter wird davon nicht beeinflusst.

GASTROFIX im ausführlichen Test

Fazit der Redaktion

GASTROFIX ist eine der faszinierendsten Comeback-Geschichten der deutschen Kassensystem-Branche – und zugleich ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn ein Nischenprodukt von einem globalen Konzern geschluckt wird. Ursprünglich 1991 von Dirk Owerfeldt im Alter von 18 Jahren gegründet, wuchs GASTROFIX zum Marktführer mit 130 Mitarbeitern und Kunden wie McDonald's, Lufthansa und Pizza Hut. Dann kam der Dotcom-Crash 2001, ein gescheiterter Börsengang und der erzwungene Verkauf an die italienische TT Systems.

2010 kaufte Owerfeldt sein eigenes Unternehmen zurück – mit einem Vier-Mann-Team, darunter sein Bruder Carsten als CTO und der ehemalige Bookatable-Gründer Stefan Brehm. 2011 startete GASTROFIX als eines der ersten iPad-basierten Cloud-Kassensysteme in Deutschland. Es folgten Finanzierungsrunden über 26 Millionen Euro (Serie A: 4 Mio. Dollar von Entree Capital; Serie B: 15 Mio. Euro von Radeberger Gruppe und Endeit Capital) und rasantes Wachstum auf über 8.000 Standorte in sieben Ländern. Im Januar 2020 übernahm Lightspeed POS aus Montreal das Unternehmen für 61 bis 126 Millionen Dollar.

Heute existiert GASTROFIX als "Lightspeed Restaurant POS (G-Series)" weiter. Die Marke gastrofix.com leitet auf lightspeedhq.de um, das Back-Office läuft weiterhin unter cloud.gastrofix.com, und der Support unter support.gastrofix.com. Neukunden in Deutschland erhalten je nach Bedarf die G-Series oder die K-Series (basierend auf der Schweizer iKentoo-Akquisition). Die L-Series (das alte Lightspeed Restaurant) wird eingestellt.

GASTROFIX iPad-Kassensystem – Intuitive Bestellaufnahme und Tischverwaltung direkt auf dem iPad

GASTROFIX iPad-Kassensystem – Intuitive Bestellaufnahme und Tischverwaltung direkt auf dem iPad

Die Software: Restaurant-Manager und Bestellsystem

Das Herzstück der G-Series ist der cloudbasierte Restaurant-Manager. Hier laufen alle Fäden zusammen – und die Funktionstiefe ist beeindruckend:

Die Bestellaufnahme bietet individuell anpassbare Bestellfenster mit Artikelbildern, integrierte Allergeninformationen und Zusatzstoffe pro Artikel (in der Gastronomie seit der LMIV ein Muss), Rechnungssplitting nach Posten, Betrag oder Personen, Trinkgeldverwaltung und -verteilung sowie einen Schnellkasse-Modus für Take-Away-Betrieb.

Die Tischverwaltung überzeugt mit digitalen Raum- und Tischplänen, Echtzeit-Statusanzeige aller Tische und einer Gangsteuerung, die für Fine-Dining-Betriebe unverzichtbar ist. Die Speisekartenverwaltung erlaubt zentrale Menüpflege über das Back-Office – inklusive Kategorien, Unterkategorien, Modifikatoren (Zubereitungsanweisungen wie "ohne Zwiebeln") und saisonale Menüwechsel. Bei Multi-Standort-Betrieben werden Änderungen an allen Standorten gleichzeitig ausgespielt.

Die Warenwirtschaft und das Rezeptmanagement gehen über das hinaus, was die meisten Mitbewerber bieten: Inventurerfassung, Rezeptverwaltung mit Zutatenkalkulation und automatische Bestandskontrolle mit Nachbestellvorschlägen. Damit lässt sich der Wareneinsatz pro Gericht exakt berechnen.

Reporting und Analytics

GASTROFIX Restaurant-Manager – Umfassende Auswertungen und Filialkontrolle über das Cloud-Dashboard

GASTROFIX Restaurant-Manager – Umfassende Auswertungen und Filialkontrolle über das Cloud-Dashboard

Das Cloud-Dashboard liefert Echtzeit-KPIs: Umsatzberichte, Artikelauswertungen, Journalfilter, X-Berichte und Z-Berichte – alles von überall abrufbar. Die kostenlose Lightspeed Pulse App ergänzt das mobile Reporting für iOS und Android: Brutto- und Nettoumsatz, durchschnittlicher Bestellwert, Vergleiche über Tage, Wochen, Monate und Jahre – und ein praktischer Multi-Standort-Toggle für Betriebe mit mehreren Filialen.

Die Mitarbeiterverwaltung umfasst Zeiterfassung (Arbeitsbeginn, -ende, Pausen), individuelle Zugriffsrechte und Rollen (Mitarbeiter, Manager, Admin) und den Cloud-Export der Zeitdaten. Jeder Mitarbeiter erhält einen eigenen Bon-Ausdruck mit Namen und Arbeitszeiten.

Hardware: iPad-exklusiv mit Epson-Peripherie

GASTROFIX läuft ausschließlich auf iPads – keine Android-Geräte, kein Windows, keine Custom-Hardware. Das ist gleichzeitig Stärke und Schwäche. Die iPads bieten hervorragende Displays und eine intuitive Bedienung, die neue Mitarbeiter laut Nutzerbewertungen "innerhalb von Minuten" beherrschen.

Die empfohlene Grundausstattung umfasst ein iPad (alle gängigen Modelle ab iPad Air), einen Epson-Bondrucker (TM-m30 oder TM-m30F mit integriertem TSE-Modul), einen WLAN-Router und einen iPad-Ständer. Für Kartenzahlung kommt das Verifone e285 Plus Terminal (ab ca. 270 Euro) zum Einsatz – ein mobiles Terminal für Pay-at-Table mit SIM-Karte.

Die Gesamtkosten für eine Grundausstattung liegen bei geschätzten 700 bis 2.000 Euro je nach Konfiguration – das iPad muss separat beschafft werden.

Kitchen Display System (KDS)

Das KDS ersetzt die klassischen Papier-Bons in der Küche durch farbcodierte digitale Displays. Bestellungen werden automatisch an verschiedene Stationen geroutet (Grill, Kalte Küche, Bar) und können als "in Bearbeitung", "fertig" oder "priorisiert" markiert werden. Zwei Modi stehen zur Verfügung: Receipt-Modus und Production-Modus. Alle Kanäle – Dine-in, Delivery, Online und Take-Away – landen auf einem Bildschirm. Kosten: rund 27 Euro pro Bildschirm monatlich.

TSE-Compliance: Vorreiter bei der iPad-Kasse

GASTROFIX war im September 2019 der erste iPad-Kassensystem-Anbieter überhaupt, der zusammen mit Epson eine BSI-zertifizierte TSE-Lösung präsentierte. Zwei Varianten stehen zur Verfügung:

Die Hardware-TSE nutzt den Epson TM-m30F – einen Bondrucker mit integriertem TSE-Modul. Plug-and-Play: Drucker anschließen, TSE ist aktiv. Ältere Epson-Modelle können per Upgrade-Kit nachgerüstet werden.

Die Cloud-TSE signiert Transaktionen über einen externen Server – kein zusätzliches Hardware-Modul nötig, aber Internetverbindung erforderlich.

Beide Varianten sind BSI-zertifiziert. Das System ist vollständig GoBD-, KassenSichV- und DSFinV-K-konform. Wichtig: Die TSE muss innerhalb eines Monats beim Finanzamt gemeldet werden (Typ, Modell, Seriennummer, Zertifizierungs-ID, Einsatzort).

Lightspeed Payments und Zahlungsabwicklung

Das hauseigene Zahlungssystem Lightspeed Payments ist nativ integriert. Die Konditionen für den deutschen Markt: EC/Girocard 0,9 Prozent plus 0,10 Euro pro Transaktion, Kreditkarten 1,9 Prozent plus 0,10 Euro. Keine monatliche Grundgebühr, unbegrenztes Transaktionsvolumen. Akzeptiert werden Girocard, Visa, Mastercard, Amex, Apple Pay, Google Pay und Tap to Pay auf dem iPhone.

Besonders praktisch: Die Pay-at-Table-Funktion ermöglicht die Rechnung direkt am Tisch – inklusive Teilzahlung und Trinkgeld-Akzeptanz bei Kartenzahlung.

Preismodell: Premium hat seinen Preis

Das Essentials-Paket kostet 69 Euro pro Monat pro iPad und umfasst Bestellverwaltung, Cloud-Dashboard, Lieferfunktion und Berichte. Das Plus-Paket liegt bei 119 Euro und ergänzt Raum- und Tischpläne, die Live App, Multi-Standort-Verwaltung und Inventar. Das Pro-Paket für 349 Euro bietet zusätzlich Hotel-Funktionen, erweiterte Berichte und Multi-Store. Für Enterprise-Kunden gibt es maßgeschneiderte Lösungen auf Anfrage.

Zusätzliche Terminals kosten ab 29 Euro pro Monat. Das KDS schlägt mit 27 Euro pro Bildschirm zu Buche, Order Anywhere hat weitere Zusatzkosten.

Die Vertragsbedingungen sind ein wunder Punkt: Standardmäßig ein Jahr Mindestlaufzeit, Kündigung vor Ablauf nicht möglich. Ältere GASTROFIX-Verträge ab 59 Euro monatlich boten noch quartalsweise Kündigungsfristen – das ist vorbei. Ein kritischer Aspekt: Mehrere Nutzer berichten, dass nach der Kündigung und sogar nach Geschäftsschließung weiter Gebühren abgebucht wurden.

Integrationen: Breites Ökosystem

Das Integrations-Ökosystem profitiert vom Lightspeed-Verbund:

Buchhaltung: DATEV-Export (direkte Anbindung, nur Deutschland). Reservierung: resmio, OpenTable, SevenRooms. Lieferung: Deliverect (Lieferando, Uber Eats, Wolt, DoorDash), Order Anywhere (eigener Online-Bestellshop), Flipdish. Warenwirtschaft: Apicbase (Rezeptmanagement, Inventar, Bedarfsprognose), FoodNotify. Personalplanung: Shiftbase, Planday, Combo. Hotel-PMS: Amadeus, Oracle Hospitality, Protel, Cloudbeds, Stayntouch – ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Support: 24/7 mit gemischten Erfahrungen

Die Erreichbarkeit ist vorbildlich: 24/7 Notfall-Support über Telefon (kostenlose Hotline: 0800 724 4541), Live-Chat und E-Mail. Der deutschsprachige Support sitzt im Berliner Büro. Zum Onboarding gehören vier Video-Sessions mit Spezialisten.

Die Qualität schwankt jedoch erheblich. Während viele Nutzer "hilfreichen, kompetenten Kundenservice" und "freundliche Mitarbeiter" loben, berichten andere von "längeren Wartezeiten" und Problemen bei der Vertragsauflösung. Ein Muster, das sich seit der Lightspeed-Übernahme verstärkt hat. Die Bewertungen auf kassensystemevergleich.de zeigen einen fallenden Trend: Der Schnitt fiel von 3,6/5 (2024) auf 1,3/5 im letzten Jahr.

Offline-Modus: Solide, aber mit Einschränkungen

Bei Internetausfall werden alle Daten lokal auf dem iPad gecacht – Bestellaufnahme, Tischverwaltung und Barzahlung laufen weiter. Die automatische Synchronisation bei Wiederherstellung der Verbindung verhindert Datenverlust. Einschränkungen: Keine Bestellungen auf Kundenkonten, keine Live-Berichte aus dem Back-Office, keine neuen Drucker verbinden und keine Kartenzahlung. Für volle Offline-Funktionalität kann ein zusätzlicher Lite Server erforderlich sein.

Zielgruppen-Check: Für wen lohnt sich GASTROFIX?

Ideal geeignet für: Restaurants vom Quick Service bis Fine Dining, Hotels mit PMS-Integration (Pro-Paket), Bars und Nachtclubs, Multi-Standort-Betriebe mit zentraler Verwaltung, Catering und Event-Gastronomie sowie große Ketten (Enterprise-Paket).

Weniger geeignet für: Sehr kleine Betriebe mit knappem Budget – der Einstiegspreis von 69 Euro monatlich plus Hardware liegt deutlich über Alternativen wie SumUp oder helloCash. Betriebe, die Android oder Windows bevorzugen, haben keine Option. Und Gastronomen, die flexible Verträge ohne Jahresbindung suchen, sollten zweimal hinschauen.

Redaktionelles Fazit: Unser Gesamturteil

GASTROFIX – oder besser gesagt die Lightspeed G-Series – ist nach wie vor eines der funktionsreichsten iPad-Kassensysteme für die Gastronomie in Deutschland. Die Kombination aus intuitiver Bedienung, tiefer Gastro-Spezialisierung und dem breiten Lightspeed-Ökosystem mit Hotel-PMS-Integrationen ist im Markt nahezu einzigartig. Die TSE-Vorreiterrolle mit Epson und die 24/7-Erreichbarkeit des Supports verdienen Respekt.

Auf der Schattenseite stehen die seit der Lightspeed-Übernahme gestiegenen Preise, die starren Jahresverträge und die zunehmend kritischen Nutzerbewertungen. Wer von den alten GASTROFIX-Konditionen mit 59 Euro und quartalsweiser Kündigung kommt, erlebt mit den neuen Lightspeed-Tarifen ab 69 Euro und Jahresbindung eine unangenehme Überraschung. Der Trend bei den Nutzerbewertungen ist besorgniserregend und sollte beobachtet werden.

Unser Urteil: GASTROFIX bleibt die Premium-Referenz für professionelle Gastronomen – aber der Premium-Anspruch zeigt sich zunehmend auch auf der Rechnung.

Bewertung: 87/100 Punkten

Über GASTROFIX

GASTROFIX richtet sich an Gastronomen mit gehobenen Ansprüchen. Die Hardware ist auf Dauerbetrieb ausgelegt, der Support erstklassig.